Von Sonntag frühmorgens bis Mittwoch spätabends – die viertägige Exkursion führte 18 Schülerinnen und Schüler aus zwei Politikkursen der Stufe 12 in die Hauptstadt der Europäischen Union. Im Mittelpunkt standen dabei die Besichtigung und die Diskussion im Europäischen Parlament mit der luxemburgischen Abgeordneten Tilly Metz. In einer weiteren Institution der EU, dem Rat, kommen regelmäßig die Minister/innen der Mitgliedstaaten im Rahmen der Gesetzgebung zusammen. Deren Arbeit erläuterte die EU-Angestellte Frederike Hoffmann an einem originalen Verhandlungstisch im Ratsgebäude. Ihre Kollegin Saarah aus Finnland führte anschließend durch die imposanten Räumlichkeiten bis zum berühmten „Ei“, dem ovalen Sitzungssaal des Rates innerhalb eines riesigen Glaskubus. Es folgten ein Planspiel zur Gesetzgebung in der EU im Parlamentarium und der Empfang in der Vertretung des Saarlandes bei der EU. Büroleiter Christoph Roth stand dabei während eines leckeren Mittgasimbisses Rede und Antwort und erläuterte politische Herausforderungen unseres Bundeslandes aus der Perspektive der europäischen Großregion Saar-Lor-Lux. Im imposanten Brüsseler Rathaus am vielleicht schönsten Platz Europas, dem Grand‘ Place de Bruxelles, führte Guide Monika kenntnisreich nicht nur durch die edlen, mit Gemälden und Wandteppichen verzierten Räumlichkeiten, sondern auch durch die allzu oft kriegerische Vergangenheit Europas. Dem Ursprung der Idee Europas als starkes, gemeinsames Friedensprojekt näherten sich die Museumspädagogen Raf aus Flandern und Franziska aus den Niederlanden beim Workshop im Haus der Europäischen Geschichte.
Trotz dieses eng getakteten Programms gab es eine Menge gegenseitigen Austausch u.a. bei einem unterhaltsamen Bowlingabend. Auch auf eigene Faust konnte Brüssel als lebendige, multinationale Metropole entdeckt werden. Das ungewöhnlich sonnige, vorfrühlingshafte Wetter beflügelte die Entdeckerlust, die die Gruppe an einen Abend auch ins nahe Gent mit seiner typisch flämischen Altstadt führte, wo man mit der lokalen Spezialität, den Genter Nasen, eine Menge Spaß hatte. Karina, Luisa und Jamie sind sich mit allen anderen einig: „Es war eine wunderbare, lehrreiche und auch inspirierende Schulexkursion“. „Besonders die Vielfalt der Sprachen und Kulturen war beeindruckend – nicht nur im Europaviertel“, ergänzen ihre Mitschüler Leo, Viktor und Bahaa und stimmen damit den Ausführungen von Tilly Metz zu 100% zu. Sie hatte den Fokus ihrer Präsentation auf die Chancen Europas unter dem Motto „Geeint in Vielfalt“ gelegt.
Für die meisten war es das erste Mal, mit Menschen aus so vielen unterschiedlichen Ländern der EU in Kontakt zu kommen und wie selbstverständlich englischen und (mit etwas Übersetzungshilfe) auch französischen Vorträgen zu folgen. Viele nutzten die Möglichkeit, erstmals außerhalb der Schule Fragen und Anmerkungen zu aktuellen Themen nicht nur in der Muttersprache, sondern spontan auch in den erlernten Fremdsprachen zu formulieren.
Die Fahrt erfolgte auf Einladung der luxemburgischen EU-Abgeordneten Tilly Metz, die sich u.a. für Tierrechte, offene Grenzen und die Großregion Saar-Lor-Lux einsetzt und gerne die jungen Leute aus dem benachbarten Saarland empfing. Um allen Schülerinnen und Schülern diese Fahrt zu ermöglichen, leistete der Schulförderverein der Gemeinschaftsschule Marpingen finanzielle Unterstützung. Die Asko Europa Stiftung, AES, steuerte 500,00€ für Gemeinschaftsaktivitäten mit europäischem Schwerpunkt bei. Die Gems-Marpingen trägt das offizielle Label „Schule der Nachhaltigkeit“. Daher erfolgten An- und Abreise ab bis Saarbrücken HBF sowie die Mobilität vor Ort ausschließlich mit öffentlichen Verkehrsmitteln wie Bus und Bahn.


