Emma und ihre Mitstreiterinnen strahlen zufrieden und entspannt in die Kamera. Alle vier haben es geschafft, die Jury mit ihren Lesekünsten zu beeindrucken. Vier Mädchen aus der Klassenstufe 6 der Gemeinschaftsschule Marpingen, Mieke Weber (6d), Alessa Riedel (6b), Emely Danz (6c) und Emma-Sophie Ogrizek (6a) traten im Schulentscheid des bundesweiten Vorlesewettbewerbs in der Schülerbücherei gegeneinander an. Zuvor hatten sie sich bereits in ihren Klassen als beste Leserinnen ausgezeichnet.
Umgeben von Hunderten Büchern auf den Regalen, in den bequemen Sesseln oder auf der chilligen Couch der Marpinger Schülerbücherei hat man den Eindruck, in eine ganz andere (manche würden vielleicht sogar sagen: in eine vergangene) Zeit einzutauchen. Nur ein einziger PC erinnert hier an die moderne digitale Welt. Ansonsten ist man mit sich, seinen Gedanken und der eigenen Fantasie auf Du und Du – und genau das will der erstmals 1959 durchgeführte Vorlesewettbewerb des deutschen Buchhandels auch fördern. „Wir möchten keineswegs gegen die digitale Moderne ankämpfen“, betont Silvia Hinsberger, Lehrerin in der Stufe 6 und Mitorganisatorin des Wettbewerbs an der Marpinger Schule, „sondern das Buch als Quelle des Wissens, als Reise in ferne und fremde, fantastische und geheimnisvolle Welten erlebbar machen.“ So stehen nicht nur das fehlerfreie, sondern auch das betonte Vorlesen im Mittelpunkt des Wettbewerbs. Es ist die Fähigkeit, Zuhörerinnen und Zuhörer in den Bann zu schlagen. „Das geschriebene Wort wird so mit Leben erfüllt, kann seine magische Wirkung entfalten und wird zum Kino im Kopf mit ganz eigenen Schauspielerinnen und Schauspielern, eigenen Kulissen, eigenen Gedanken und Gefühlen“, erklärt Jessica Müller, Deutschlehrerin in der Klassenstufe 6 und Jurymitglied. Es überraschte nicht, dass die jungen Leserinnen für den Lesewettstreit mit Harry Potter und Titeln wie „Die Hüter der flüsternden Schlüssel“ und „Das Tor zur Dracheninsel“ ausnahmslos Fantasy-Literatur auswählten.
Die Jury, bestehend aus Silvia Hinsberger und Jessica Müller, dem Schulleiter Michael Sticher und der Deutschlehrerin Nina Biehler, der Vorjahressiegerin Maja Weber und den zwei angehenden Abiturienten der Gemeinschaftsschule Marpingen René Fuchs und Lena Müller hatte die schwierige Aufgabe, die beste Leserin zu küren. Nach ausführlicher Beratung stand Emma-Sophie Ogrizek als Siegerin fest. Ihr gelang es ganz wunderbar, eine spannungsgeladene Stimmung zu erzeugen. Die von ihr vorgestellte Fantasy-Geschichte „Das verbotene böse Buch“ trägt das Geheimnisvolle schon im Titel, bereits das Buchcover lässt einen erschaudern und macht Lust, in die Story einzutauchen. Emma gefällt besonders, dass der Autor Magnus Myst seine Leserinnen und Leser an den geheimnisvollen Geschichten teilhaben lässt, sie in die schrittweise Aufklärung der verworrenen Zusammenhänge einbindet. Emma wird Ende Februar die Gemeinschaftsschule Marpingen beim Kreisentscheid in St. Wendel vertreten. Natürlich ist sie schon jetzt etwas aufgeregt, doch wird sie sicher auch die dortige Jury mit ihrer Begeisterung für Bücher, für Geschichten und das Lesen anstecken können.


